Executive Summary
Als Microsoft die Einstellung der Azure Media Services (AMS) ankündigte, stand unser Kunde, ein hidden Champion im Bereich Outdoor Werkzeugtechnik, vor einer massiven Bedrohung seiner Infrastruktur. Tausende von Produktvideos, die maßgeblich zur Conversion-Rate auf den Produktdetailseiten beitragen, und eine harte Deadline von sechs Monaten setzten das Projekt unter enormen Zeitdruck.
Der kritische Faktor? Millionen von bereits gedruckten QR-Codes auf physischen Produktverpackungen im Umlauf.
Dampioneers wurde beauftragt, die End-to-End-Migration zu steuern. Das Ziel: Ein technologischer Wechsel im Backend, ohne das Kundenerlebnis zu beeinträchtigen und ohne dass Millionen gescannter Codes ins Leere führen.
Die Ausgangslage
Vor Beginn des Projekts nutzte der Kunde einen robusten Video Transcoding Workflow, der auf die Anforderungen des E-Commerce mit hohem Volumen zugeschnitten war. Produktvideos wurden in ein zentrales Digital Asset Management (DAM)-System eingespeist und nach der Freigabe in einen CDN-gestützten Azure Blob-Speichercontainer exportiert. Die exportierten Video-Assets wurden dann zur Verarbeitung an Azure Media Services übergeben.
Dort wurden Adaptive-Bitrate-Streaming-Ausgabeformate wie HLS und DASH erstellt, um eine optimale Wiedergabe auf allen Geräten zu gewährleisten. Die resultierenden Streaming-Links wurden dann zurück in das DAM geschrieben und schließlich auf den E-Commerce-Produktdetailseiten veröffentlicht, wodurch ein End-to-End-Workflow abgeschlossen wurde.
Die Herausforderung: Das „Sunset“ & das physische Problem
Die Ankündigung des „End of Life“ für AMS löste eine Krise aus. Das Projekt erforderte einen vollständigen Austausch der Streaming-Engine, doch zwei Faktoren machten die Situation kritisch:
Die 6-Monats-Frist: Das gesamte Projekt, von Stakeholder-Interviews über die Anbieterauswahl und Vertragsgestaltung bis hin zur technischen Implementierung, musste innerhalb eines halben Jahres abgeschlossen sein, um einen „Blackout“ der Videos zu verhindern.
Die QR-Code-Falle: Der Kunde hatte Millionen von Produkten in der Lieferkette oder bereits in Kundenhand. Auf den Verpackungen befanden sich gedruckte QR-Codes, die fest auf die spezifischen Streaming-URLs des alten AMS-Systems codiert waren.
Das Risiko: Bei Abschaltung des Dienstes würden diese QR-Codes zu „404 Not Found“-Fehlern führen. Ein Schaden für die Marke und ein Frustrationsfaktor für den Kunden.
Der Lösungsansatz von dampioneers
Phase 1: Discovery & Requirements
Wir führten ausführliche Interviews mit den Stakeholdern durch, um nicht nur die technischen Anforderungen zu verstehen, sondern auch die zugrunde liegenden geschäftlichen Bedürfnisse, die die Initiative vorantreiben. Durch diesen Prozess wurde deutlich, dass die neue Lösung die bestehenden adaptiven Bitraten-Streaming-Funktionen erfüllen oder übertreffen, sich nahtlos in das aktuelle DAM über eine flexible und gut dokumentierte REST-API integrieren und eine Möglichkeit zum Abfangen und Auflösen von Legacy-URL-Anfragen bieten muss, um die Kontinuität für bestehende Assets und Verbraucher sicherzustellen.
Phase 2: Anbieterauswahl & Architektur
Wir prüften den Markt auf geeignete AMS-Nachfolger. Statt nur eine Videoplattform zu wählen, entschieden wir uns für eine Lösung, die auf hochvolumige API-Verarbeitung spezialisiert ist.
Der „Zaubertrick“ für die QR-Codes: Wir entwarfen eine Redirect- / Resolution-Layer-Architektur. Dabei werden Aufrufe, die dem alten AMS-Muster entsprechen, abgefangen und auf die eindeutigen IDs des neuen Videodienstes gemappt. Das Ergebnis: Scannt ein Kunde eine Verpackung, die vor zwei Jahren gedruckt wurde, wird das Video transparent und ohne Verzögerung vom neuen Streaming-Provider ausgespielt.
Phase 3: Implementierung & Migration
Im Rahmen der Implementierung haben wir die Batch-Migration der bestehenden Videobibliothek zum neuen Anbieter koordiniert und die Integrationsschicht zwischen dem DAM und der neuen Video Transcoding Platform neu aufgebaut, um alle zukünftigen Uploads zu automatisieren. Ergänzt wurde dies durch Last- und Leistungstests, um zu überprüfen, ob die neue Integrationsschicht Spitzenauslastungen zuverlässig bewältigen kann, ohne Latenzen zu verursachen oder die Benutzererfahrung zu beeinträchtigen.
Das Ergebnis
Trotz eines ehrgeizigen Zeitplans wurde das Projekt termingerecht und innerhalb des Budgets abgeschlossen. Der Übergang von Azure Media Services zum neuen Anbieter verlief reibungslos und ohne Ausfallzeiten für die Endnutzer. Alle bestehenden Links blieben vollständig erhalten, sodass ältere QR-Codes durch die transparente Weiterleitung von Anfragen an die neue Videoquelle ohne Unterbrechung weiter funktionierten. Gleichzeitig bot die neue Video Transcoding Platform ein deutlich verbessertes Erlebnis, da er im Vergleich zur vorherigen Implementierung schnellere Ladezeiten mit umfangreicheren Analysen kombinierte.


